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Schwerpunkt: Kind und NaturJirko Piberger, Eva-Maria Wiest, Peter Münte (2021),
Naturdarstellungen in Kinderzeichnungen
Zur Bildungsbedeutsamkeit pädagogisch vermittelter Naturerfahrungen.

Umweltpsychologie 25(2), 97-119.
Dieser Artikel wurde in deutsch verfasst.
Zusammenfassung:Pädagogisch vermittelten Naturerfahrungen liegen zumeist konkrete Zielsetzungen zugrunde. Diese können kognitiver oder moralischer Art sein, also eine Wissensvermittlung intendieren, oder aber die Einnahme einer ethischen Position zum Gegenstand bezwecken. Im Beitrag wird eine im Kindergarten angefertigte Kinderzeichnung eines sechsjährigen Jungen analysiert, die eine zurückliegende, pädagogisch angestoßene Naturerfahrung wiedergibt und verarbeitet. Dabei wird erstens das methodische Vorgehen der objektiv-hermeneutischen Bildanalyse ausführlich dargelegt. Zweitens wird exemplarisch rekonstruiert, wie sich das Kind subjektiv mit der Natur als pädagogischem Gegenstand auseinandersetzt. Dies führt in einem dritten Schritt zu der bildungstheoretisch bedeutsamen Erkenntnis, dass Kinder getätigte Erfahrungen mit der eigenen Biographie, mit entwicklungsbedingten Herausforderungen und das Kind allgemein beschäftigenden Fragen in Verbindung bringen. Der Bildraum dient dem Kind als Möglichkeitsraum, Lösungsstrategien für subjektiv Bedeutsames und individuelle Herausforderungen durchzuspielen und daran bildend zu wachsen. Für die Pädagogik stellt sich indes die Frage nach der Sinnhaftigkeit isoliert geführter Theoriediskurse, die die je subjektiven Bedeutungen von Kindern und ihren Erfahrungen in und mit der Natur ignorieren.
Schlagworte:Bildanalyse Bildungstheorie Kinderzeichnungen Naturerfahrungen Objektive Hermeneutik
Abstract:Pedagogically conveyed experiences of nature are usually based on concrete objectives. These may be of a cognitive or moral nature, i.e. they may be intended to transfer knowledge, or promote the adoption of an ethical position on the subject. The article analyses a children’s drawing made in kindergarten by a six-year-old boy, which reflects and processes a past, pedagogically induced experience of nature. Firstly, the methodical procedure of objective-hermeneutic image analysis is explained in detail. Secondly, the article reconstructs how the child subjectively deals with nature as an educational object in an exemplary fashion. In a third step, this leads to the insight, which is significant in terms of educational theory, that children connect existing experiences with their own biographies, development-related challenges as well as other questions that concern the child in general. The pictorial space opens up the opportunity for the child to play through solution strategies for subjectively significant issues and individual challenges, thereby developing in an educational way. From this, the more general question arises as to the meaningfulness of isolated theoretical, pedagogic discourses, which ignore children’s subjective meanings as well as experiences in and with nature.
Keywords:Children’s Drawing Educational Theory Experiences Of Nature Image Analysis Objective Hermeneutics


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© 2024 Zeitschrift Umweltpsychologie, ISSN 1434-3304
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