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Schwerpunkt: Kurzum: Junge UmweltpsychologieAnna-Lena Peters & Michael Knoll (2020),
Psychologische Privatheit als Moderator zwischen sozialen Stressoren und Lehrer*innengesundheit. Kurzbericht.
Umweltpsychologie 24(1), 50-59.
Dieser Artikel wurde in deutsch verfasst.
Zusammenfassung:Der Lehrer*innenberuf zählt zu den Tätigkeitsfeldern, in denen es überdurchschnittlich häufig zu psychisch bedingten Krankschreibungen und Frühverrentungen kommt. Soziale und emotionale Anforderungen gelten dabei als wichtigste Belastungsfaktoren, soziale Unterstützung durch Kolleg*innen und Vorgesetzte als wichtigste Ressource, Anforderungen zu bewältigen und Erkrankungen abzuwenden. In einer Studie mit 112 Lehrer*innen aus 12 Schulen in Chemnitz und Leipzig wurde untersucht, inwieweit Charakteristika der physischen Umgebung eine weitere, bisher vernachlässigte Ressource darstellen. Im Speziellen wurde untersucht, inwieweit psychische Privatheit – die Möglichkeit, eingehende Reize, interpersonalen Kontakt sowie ausgehende Information zu kontrollieren – den negativen Effekt sozialer Stressoren auf von Lehrer*innen empfundene Stresssymptome verringert. Eine Moderationsanalyse bestätigte unsere Hypothese: Unter Einbezug von sozialer Unterstützung als Kontrollvariable reduzierte Privatheit die negativen Wirkungen hoher sozialer Stressoren auf Stresssymptome von Lehrer*innen (R² = .13, F(4, 101) = 4.38, p = .003; ∆R² = .03, F(1, 101) = 4.54, p = .036). Die Studie zeigt am Beispiel der Privatheit, dass psychologische Prozesse, welche auf die Beschaffenheit der physischen Umgebung zurückzuführen sind, Modelle der Lehrer*innengesundheit bereichern können. Dies impliziert u.a., dass bei der Gestaltung von Schulen nicht nur die Schüler*innen, sondern auch die Lehrer*innen als Nutzergruppe beachtet werden sollte. Weitere Implikationen für Intervention und Prävention werden diskutiert.
Schlagworte:Gesundheit Am Arbeitsplatz Privatsphäre Psychologischer Stress Schulumwelt Wohlbefinden
Abstract:The teaching profession is one of those occupations in which there is an above-average incidence of mentally induced sick leave and early retirement. Social and emotional work demands are regarded as the most important demand, social support by colleagues and superiors are important resources in coping with high demands. A study with 112 teachers from 12 schools in Chemnitz and Leipzig investigated the extent to which characteristics of the physical environment represent another, previously neglected resource. In particular it was investigated to which extent mental privacy - the ability to control incoming stimuli, interpersonal contact and outgoing information - reduces the negative effect of social stressors on stress symptoms experienced by teachers. A moderation analysis confirmed our hypothesis: Using social support as a control variable, privacy reduced the negative effects of high social stressors on stress symptoms of teachers (R² = .13, F(4, 101) = 4.38, p = .003; ∆R² = .03, F(1, 101) = 4.54, p = .036). Using privacy as an example, the study shows that psychological processes, which can be traced back to the effect of the physical environment, can enrich models of teacher*health. This implies, among other things, that when designing schools not only pupils but also teachers should be considered as a user group. Further implications for intervention and prevention are discussed.
Keywords:Being Occupational Health Privacy Psychological Stress School Environment Well


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© 2024 Zeitschrift Umweltpsychologie, ISSN 1434-3304
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