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Schwerpunkt: Aktuelle Arbeiten aus Forschung und PraxisStefanie Baasch (2018),
Transformation in der Umweltpsychologie
Zwischen Akzeptanzbeschaffung, Empowerment und Forschungsgegenstand.

Umweltpsychologie 22(1), 160-166.
Dieser Artikel wurde in deutsch verfasst.
Zusammenfassung:Wie weitreichend die Konsequenzen einer sozial-ökologischen Transformation gedacht werden – ob es sich um eine vornehmlich ökologische Transformation in Richtung einer postfossilen „grünen“ Ökonomie oder darüber hinaus auch um eine tiefgreifendere sozial-ökonomische Transformation hin zu solidarischeren Wirtschaftsformen oder gar zu einer „Heraustransformation aus dem Kapitalismus“ (Brand, 2014) handelt – alle diese Prozesse erfordern tiefgreifende Veränderungen auf unterschiedlichsten Ebenen der Produktion, der Verteilung von Gütern und Ressourcen sowie des Konsums. Auf gesellschaftlicher Ebene sind diese Prozesse eng verbunden mit Fragen nach sozialen und ökologischen Normen, Gerechtigkeit, Status, Umgang mit Unsicherheit ebenso wie mit Fragen zur Umsetzung von Veränderungsprozessen durch Lernen, Verstehen, Wissen und Handeln. Kurz gesagt: gesellschaftliche Transformationsprozesse sind untrennbar verknüpft mit Veränderungen im Denken, Fühlen und Handeln von Menschen. Transformation ist daher immer auch von komplexen psychologischen Transformationsprozessen begleitet. Diese psychologische Komplexität wird in aktuellen Transformationsdebatten jedoch häufig unterschätzt. Dieser Diskussionsbeitrag zielt darauf, die mögliche Rolle(n) von Umweltpsychologie in Transformationsdebatten, -forschung und -prozessen aufzuzeigen, sowie die derzeitige Forschungs- und Anwendungspraxis von Umweltpsychologie kritisch zu hinterfragen. Dabei wird argumentiert, dass eine fundierte und umfassende Betrachtung von Transformation sowohl eine Erweiterung der meist nur auf Konsum und Konsument*innen fokussierenden Betrachtungsebene erfordert als auch gleichzeitig nach der (Weiter-)Entwicklung theoretischer und methodischer Ansätze verlangt, die auch die Ursachen von nicht-nachhaltigen Verhaltensweisen in den Blick nehmen.
Schlagworte:Methodik Partizipation Transformation Umwelthandeln Umweltpsychologie
Abstract:Social-ecologic transformation - whether if it is defined as a primary ecological transition towards a post fossil “green” economy or as a social-ecologic transition process towards socially inclusive economies or even as a transition beyond capitalism – all these processes require profound transitions in the production, the distribution and the consumption of goods and resources. On a societal level, these processes are closely linked to social and ecological norms, justice, status, insecurity and to questions of how to initiate (behavioural) change through learning, understanding, knowledge and action. To put it briefly, societal transition is inseparably intertwined with changes in humans thinking, feeling and acting. Therefore, transition always needs a complex psychological transition. This psychological complexity is often underestimated in current transition debates. This discussion paper highlights the potential contribution of environmental psychology in transition debates, research and processes and it takes a critical look at the state of research and application in environmental psychology. The paper concludes that a profound and comprehensive analysis of transition requires a broader perspective that not only focusses on consumption and consumers, but also requires advanced theories and methods that are integrating the causes of non-sustainable behaviour.
Keywords:Environmental Behavior Environmental Psychology Methods Participation Transition


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© 2024 Zeitschrift Umweltpsychologie, ISSN 1434-3304
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