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Schwerpunkt: Aktuelle Arbeiten aus Forschung und PraxisMaria Mondini & Marcel Hunziker (2018),
Psychological factors influencing human attitudes towards brown bear: A case Study in the Swiss Alps
(Psychologische Faktoren, welche die Einstellungen zum Braunbären beeinflussen: Eine Fallstudie in den Schweizer Alpen).

Umweltpsychologie 22(1), 8-29.
Dieser Artikel wurde in englisch verfasst.
Zusammenfassung:Konflikte zwischen Menschen und Großraubtieren sind komplex, weshalb sowohl die biologischen als auch die sozialen Aspekte der Interaktion betrachtet werden müssen. In dieser Arbeit konzentrieren wir uns auf die Einstellung der Menschen zu Braunbären (Ursus arctos). Die Hauptziele der Studie waren 1) die Einstellung zu Bären und zum Bärmanagement in potenziell betroffenen Regionen zu ergründen, 2) psychologische Faktoren zu analysieren, welche die Einstellungen zu Bären und zum Bärmanagement beeinflussen und 3) zu untersuchen, wie die Betroffenheit die Akzeptanzmechanismen und Einstellungen bzgl. Bärenmanagement beeinflusst. Die Daten wurden mittels einer schriftlich-postalischen Umfrage in zwei Schweizer Kantonen erhoben. Insgesamt 401 (20,50%) Befragte sandten einen vollständig ausgefüllten Fragebogen zurück. Die Ergebnisse zeigen, dass die Befragten hinsichtlich der Bärproblematik polarisiert sind. Unsere Analysen machen zudem deutlich, dass psychologische Faktoren wie Angst, wahrgenommene Schäden durch Bären und Wertorientierung signifikante Prädiktoren für Bäreneinstellungen sind, welche wiederum starke und signifikante Prädiktoren für die Einstellung zu repressiven Maßnahmen im Bärmanagement darstellen. Hingegen ist weder das Wissen über Bären noch die Betroffenheit mit der Einstellung zu Bären oder repressiven Maßnahmen verbunden. Da die Leute bzgl. der Bärenfrage polarisiert sind, müssen die verschiedenen Gruppen lernen sich miteinander auseinanderzusetzen und versuchen sich gegenseitig zu verstehen. Unser Modell deutet darauf hin, dass sich Interventionen dabei auf emotionale Aspekte und Schadensverhütung und weniger auf die Verbreitung von Informationen konzentrieren sollten.
Schlagworte:Akzeptanz Braunbär Einstellungen Grossraubtiere
Abstract:Conflicts between humans and large carnivores involve complex phenomena and therefore both the biological and social aspects of the interaction need to be considered. In this paper, we concentrate on people’s attitudes towards brown bears (Ursus arctos). The main aims of the study were 1) to detect attitudes towards bears and attitudes towards bear management in potentially affected regions, 2) to analyse psychological factors influencing bear attitudes and bear management attitudes, and 3) to determine how affectedness influences acceptance mechanisms and attitudes towards bear management. Data was collected from two Swiss cantons via a mail survey. A total of 401 (20.50%) respondents returned a properly filled-in questionnaire. The results indicate that respondents are polarized concerning the bear issue. Our analyses reveal that psychological factors such as fear, perceived damage caused by bears and value orientation are strong and significant predictors for bear attitudes, which are, in turn, strong predictors for attitudes towards repressive measures for bear management. Neither knowledge about bears, nor affectedness is associated with attitudes towards bears or towards repressive measures, respectively.As the people are polarized concerning the bear issue, different groups have to learn to get along with each other and to try to understand each other’s concerns. Our model suggests that intervention should focus, thereby, on emotional aspects and damage prevention and not too much on dissemination of information.
Keywords:Acceptance Attitudes Brown Bear Large Carnivores


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© 2022 Zeitschrift Umweltpsychologie, ISSN 1434-3304
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