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Schwerpunkt: Mobilitätspsychologie: Wissenschaft trifft PraxisOliver Schwedes, Benjamin Sternkopf, Felix Nowack (2015),
Lobbying im Verkehr
Ein vernachlässigtes Praxisfeld.

Umweltpsychologie 19(1), 146-168.
Dieser Artikel wurde in deutsch verfasst.
Zusammenfassung:Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Lobbying im verkehrspolitischen Bereich. Anhand der Fallbeispiele des Lobbying in der Kontroverse um CO2-Grenzwerte für die europäische Automobilindustrie und der Kontroverse um die Elektroverkehrsstrategie der „Nationalen Plattform Elektromobilität“ sollen Lobbyaktivitäten im Verkehr untersucht und systematisch nachgewiesen werden. Die thematische Klammer der beiden Beispiele bildet der Einfluss der Automobilindustrie, welche sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene starken Einfluss ausübt und eine nachhaltige Verkehrsentwicklung behindert. Wie das erste Fallbeispiel zeigt, verfügt die Automobilindustrie gegenüber den konkurrierenden zivilgesellschaftlichen Interessenvertretern in dem mehr als 15 Jahre andauernden Prozess über weitaus größere Einflussmöglichkeiten. Im zweiten Fallbeispiel zeigt sich, wie auch auf nationaler Ebene die Automobilindustrie die Deutungsmacht der technologischen Stoßrichtung behält. Die Engführung nachhaltiger Verkehrsentwicklung auf technologische Innovationen mit dem Ziel der Effizienzsteigerung, erklärt sich insbesondere durch die Besetzung des Gremiums „Nationale Plattform Elektromobilität“ mit hauptsächlich industriellen Interessenvertretern. Beide Beispiele zeigen, wie wichtige Gesellschaftsgruppen überhört und teilweise aus dem politischen Prozess ausgeschlossen werden.
Schlagworte:Lobbying – Co2 – Elektromobilität – Nachhaltige Mobilität – Umweltverhalten
Abstract:This research paper analyses the lobbying phenomenon by providing insights on two case studies, which examines the controversy of CO2-standards for the European automobile industry and the dispute on the electric car strategy of the German high level group “Nationale Plattform Elektromobilität”. In both cases, the automobile industry exerts strong influence, thus providing the linkage of the two cases. With the first case, we are able to show the domination of the automobile industry over other civil society stakeholder on the European level. Even a fragmentation of the European automotive lobby in the past 15 years has not dampened their influence. With the second case we illustrate how – on a national level – the German car industry was able to inseparably link the term innovation with technological development. While the board “Nationale Plattform Elektromobilität” is advised by mostly automotive executives, an ecological change and innovations in the transport field is denied. These two cases demonstrate how other crucial interests were excluded or respectively ignored in the policy setting process. However, the objective of transport policy has to be a transport change that includes all members of society.
Keywords:Lobbying – Co2 Electromobility – Sustainable Mobility – Conservation (environmental Behavior)


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