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Schwerpunkt: Städtische Räume und ihre NutzungMonika Baier, Markus M. Müller & Elisabeth Kals (2014),
Existenzielle Schuld und ihre Relevanz für nachhaltige Handlungs- und Engagementbereitschaften.
Umweltpsychologie 18(2), 167-188.
Dieser Artikel wurde in deutsch verfasst.
Zusammenfassung:Umweltpsychologische Forschung hat in den letzten Jahren verstärkt bestätigt, dass Emotionen bei der Entstehung und Erklärung umweltrelevanten Verhaltens eine wichtige Rolle spielen. Eine besonders große Bedeutung haben dabei moralische Emotionen wie Empörung. Eine Emotion, die bislang jedoch in diesem Zusammenhang noch kaum Beachtung gefunden hat, ist existenzielle Schuld. Im vorliegenden Beitrag wird daher auf der Grundlage bisheriger Forschung die Relevanz existenzieller Schuld für nachhaltige Handlungsbereitschaften im Kontext energierelevanter Tätigkeiten genauer betrachtet. Hierzu wird eine neu entwickelte Skala vorgestellt, welche thematisch in den Bereich umweltrelevanter und nachhaltiger Handlungsweisen eingebettet und im Rahmen einer Fragebogenstudie (N= 312) untersucht wurde. Die item- und skalenanalystischen Befunde stützen die Güte der Skala. Es konnte überdies bestätigt werden, dass existenzielle Schuld unabhängig von Umweltbelastung empfunden wird, und dass sie bei Umweltschutzgruppenmitgliedern stärker ausgeprägt ist als bei Mitgliedern von Auto- und Motorsportclubs. Außerdem hat diese Emotion einen positiven Einfluss auf nachhaltige Handlungsbereitschaften. Somit ist existenzielle Schuld ein bedeutsames Konstrukt in der umweltpsychologischen Forschung und interessant für weitere Forschung auf diesem Gebiet.
Schlagworte:Energiesparen Existenzielle Schuld Nachhaltigkeit Schuldgefühle Umwelteinstellungen
Abstract:Over the past years, environmental psychology research has highlighted the motivational role of emotions on environmentally relevant behavior. Particularly the crucial influence of moral emotions, such as indignation, on environmental action has been confirmed. An emotion that has hitherto hardly attracted interest in this context is existential guilt. In this paper, based on previous research, the relevance of existential guilt for the willingness to act sustainably in the context of energy-relevant activities will be examined. Therefore, a newly operationalized scale will be introduced, which has been thematically embedded in the context of the willingness to perform environmentally-relevant and sustainable actions and investigated in the framework of a questionnaire study (n= 312). The results of item- and scale analysis confirm the quality of the scale. Moreover, it could be shown that existential guilt appears independently from environmental burden and that it is more strongly pronounced among members of ecology groups than among members of car and motoring clubs. In addition, the positive influence of this emotion on the willingness to perform sustainable action could be shown. Based on these findings, it is suggested that existential guilt is an important construct in environmental psychology research and promising for further research in this area.
Keywords:Energy Environmental Attitudes Existential Guilt Feeling Of Guilt Saving Sustainability


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