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Schwerpunkt: UmweltgerechtigkeitReto Meyer (2012),
Eine methodische Studie zur Verwendung subjektiver Beurteilungen in der Environmental Justice-Forschung.
Umweltpsychologie 16(2), 65-85.
Dieser Artikel wurde in deutsch verfasst.
Zusammenfassung:Die Environmental Justice-Forschung geht von einer erhöhten Umweltbelastung niedrigerer Sozialschichten aus. Zur Überprüfung dieser Hypothese werden Informationen zur sozialen Lage mit Angaben zur Umweltexposition miteinander in Beziehung gesetzt. Oft fehlen aber die Angaben zur tatsächlichen Umweltbelastung, weshalb deren subjektive Wahrnehmung als Proxy eingesetzt wird. Bislang ist jedoch unklar, wie zuverlässig diese Methode ist. In der Literatur wird vermutet, dass die Verwendung von subjektiven Belästigungen tendenziell zu einer Unterschätzung der umweltbezogenen Ungleichheiten führt, weil sich Personen aus höheren sozialen Schichten bei gleicher objektiver Belastung stärker belästigt fühlten. Basierend auf dem Schweizer Umweltsurvey 2007 (N= 3369) sowie Einwohnerbefragungen der Städte Basel und Bern wird diese Vermutung empirisch überprüft. Für alle Datensätze stehen neben der subjektiven Einschätzung auch Angaben zur tatsächlichen Belastung (Luftschadstoffe und/oder Straßenlärm) zur Verfügung. Diese wurden den Befragten des Umweltsurveys auf Grundlage der XY-Koordinaten ihrer Wohnadressen in einem Geoinformationssystem (GIS) zugeordnet. Die Analysen lassen vermuten, dass subjektive Belästigungsurteile für die Bestimmung sozialer Umweltungleichheiten herangezogen werden können, dies vor allem wegen dem sehr geringen Effekt der Schichtungsvariablen auf die subjektive Belästigung (unter gleichzeitiger Kontrolle der tatsächlichen Belastung). Voraussetzung ist allerdings, dass die objektive Exposition und die subjektive Belästigung in einem robusten und relativ starken, positiven Zusammenhang stehen.
Schlagworte:Environmental Justice Geoinformationssystem Gis Konzept Lärmbelästigung Methode Moderatoren Umwelteinstellungenbelästigung
Abstract:Environmental Justice Research assumes that people with lower socio economic status (SES) bear a higher burden of environmental pollution. In order to test this hypothesis SES is correlated with information about pollution. As objective exposure data is often not available, subjective perception is usually used as a proxy. Up to now the reliability of this proxy was unknown. In the literature it is assumed that using subjective annoyance results in an underestimation of the environmental disparities because those with higher SES are more likely to complain about the same objective exposure. This study tests this assumption empirically using data from the Swiss Environmental Survey 2007 (N= 3369) and residential surveys in the cities of Basel and Bern. These datasets include information about subjective annoyance as well as objective exposure data (air pollutants and/or noise). In case of the Environmental Survey this data was assigned to the respondents in a geographical information system (GIS) on the basis of the XY-coordinates of their home addresses. The results suggest that subjective annoyance can be used to determine the social inequalities related to the environment since SES has only a small impact on subjective annoyance. Precondition for applying the proxy method however is a robust and relatively strong positive correlation between the objective exposure and its corresponding subjective annoyance.
Keywords:Environmental Attitudes Environmental Justice Gis Moderator Concept Noise Annoyance


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© 2024 Zeitschrift Umweltpsychologie, ISSN 1434-3304
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