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Schwerpunkt: UmweltinnovationenSebastian Gölz & Martin Biehler (2008),
Von der Energiesparforschung zur Energiepsychologie: Mögliche psychologische Perspektiven zur Gestaltung des künftigen Energiesystems am Beispiel „Smart Metering“ .
Umweltpsychologie 12(1), 66-79.
Dieser Artikel wurde in deutsch verfasst.
Zusammenfassung:Bei den Bemühungen um ein nachhaltiges Energiesystem wird die Machbarkeit eines nachhaltigen Energiekonsums in Privathaushalten zwar für möglich erachtet, aber die Umsetzung bleibt bisher fraglich. Die technische Innovation der elektronischen (und mit Computerintelligenz ausstattbaren) Zähl- und Informationssysteme und daraus resultierende Möglichkeiten eines kontinuierlichen Verbrauchsfeedbacks sowie so genannte „Demand-Response-Programme“ für private Haushalte nähren den Optimismus, dass technologische Innovationen des sogenannten „Smart Metering“ nachhaltigen Energieverbrauch stark unterstützen können. Im Folgenden wollen wir auf Basis bereits vorliegender Erkenntnisse die Breite der noch untersuchbaren und aus psychologischer Perspektive gestaltbaren Ansätze als Beiträge zur Umweltinnovation „Smart Metering“ in Privathaushalten aufzeigen. Zum Einen beschäftigen wir uns mit der Frage, wie die – bisher meist geringe – Aufmerksamkeit auf den Energieverbrauch im Haus gesteigert werden kann. Ausgehend von der Aufmerksamsteuerung lassen sich zum Anderen zwei weitere Themenbereiche identifizieren, die für umweltpsychologische Arbeiten anregende Fragestellungen bieten: Vorschläge zur Gestaltung des Energiefeedbacks können einerseits der Anforderung nach kognitiver Anschlussfähigkeit zugeordnet werden, die bisher ein nicht zu unterschätzendes Problem von Feedbackprojekten darstellt. Des Weiteren zeigen psychologische Forschungsergebnisse zur Webgestaltung und zum Marketing sowie eine Studie des Fraunhofer ISE die Rolle emotionaler Komponenten wie Verantwortung, Sicherheit, persönliche Befriedigung und Identität im Zusammenhang mit Energie. Wir zeigen den Bogen einer Energiepsychologie auf, die die vielschichtige individuelle und soziale Komplexität des Energiekonsums und deren alltagsrelevante Einflussgrößen weiter identifiziert und modelliert und damit konkrete Beiträge zur dynamischen Entwicklung unseres Energiesystems in Richtung Nachhaltigkeit leistet.
Schlagworte:Energieverbrauch Kognitive Strukturen Motivation Rückmeldung Umweltverhalten
Abstract:In the efforts towards a sustainable energy system the feasibility of sustainable private energy consumption is acknowledged but its realisation yet is unachieved. The technical innovation of electronic metering systems (and additional computer systems) and resulting continuous consumption feedback and demand response programs for private households nourish the optimism that innovations around the „smart metering“ might support sustainable energy consumption substantially. On the ground of existing psychological studies we present the range of not yet studied issues and potential for psychological contributions for the environmental innovation „smart metering“. One question to be raised concerns the attention towards energy consumption which is up to now mostly missed among private consumers. Two promising topics for environmental psychology are deductable from the control of attention: Suggestions for the development of the energy feedback have to consider the challenge of cognitive connectivity of consumers which has up to now rarely approached in feedback studies. Research from web applications and marketing as well as a study from Fraunhofer ISE indicate that emotional components like responsibility, security, personal satisfaction and identity are also associated with energy topics by consumers. We reveal the stage of an energy psychology which identifies and models the individual and social complexity of energy consumption and the impact factors from daily life and routines. This energy psychology may contribute to the dynamic development of our energy system in a sustainable way.
Keywords:Cognitive Structures Conservation Behaviour Energy Consumption Feedback Motivation


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© 2024 Zeitschrift Umweltpsychologie, ISSN 1434-3304
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